Das Handwerk mag goldenen Boden haben, durch den Fachkräftemangel geraten aber immer mehr Unternehmen zunehmend unter Druck. Die meisten Baustellen arbeiten schon am Zenit, jeder Mitarbeiter wird gebraucht. Urlaubszeit, Krankheitsphasen oder Kündigungen können dazu führen, dass Aufträge nur noch mit Verzögerung umsetzbar sind. In solchen Situationen ist kurzfristige Hilfe nötig, langfristig braucht es aber den Aufbau von Fachkräften im Bereich Handwerk. Wir stellen Ansätze zur Problemlösung mit langfristigem und kurzfristigem Benefit vor.
Kurzfristig mit Facharbeitern aus Osteuropa überbrücken
Ein beliebter Ansatz zur Bewältigung von kurzfristigen Engpässen ist der Einsatz von Arbeitskräften aus dem osteuropäischen Ausland. Viele Unternehmen greifen auf Facharbeiter aus Rumänien, Polen oder Tschechien zurück. Sie bringen Erfahrung mit und übernehmen in Stoßzeiten wichtige Arbeiten. Für Bauherren und Auftraggeber verringert sich dadurch die Verzögerung, für Betriebe entsteht ein flexibler Puffer bei unvorhersehbaren Ausfällen.
Wichtig ist, die Zusammenarbeit gut zu organisieren. Profis vermitteln Fachkräfte mit einer deutschsprachigen Einsatzleitung. Hier sind auch rechtliche Probleme im Vorfeld schon abgedeckt, ein klares Vertragswerk und eine faire Bezahlung sind Must-Haves!
Auszubildende einstellen und Fachkräfte ausbilden
Langfristig lässt sich der Fachkräftemangel im Handwerk und auf dem Bau nur durch den eigenen Nachwuchs auffangen. Ausbildungsplätze im Handwerk sind eine Investition in die Zukunft. Werden heute Azubis eingestellt, baut sich damit der Mitarbeiterstamm von morgen auf. Viele Betriebe haben das bereits erkannt und setzen immer mehr auf eine gute Betreuung während der Ausbildungszeit. Jugendliche wollen gefördert, aber auch ernst genommen werden.
Attraktive Ausbildungsinhalte, moderne Technik und Entwicklungschancen machen den Bau und das Handwerk wieder spannend. Bei vielen Projekten können und sollen Azubis bereits Verantwortung übernehmen, um die Motivation zu stärken. Mit einer hochwertigen Ausbildung sind die Chancen gut, dass die Profis von morgen auch gern nach der Prüfung im Betrieb bleiben.
Auf einen wertschätzenden Umgang mit Fachkräften achten
Wenn sich Fachkräfte im Betrieb respektiert fühlen, bleiben sie länger. Wertschätzung heißt nicht nur gelegentlich loben, sondern die Bedürfnisse aller Mitarbeiter zu respektieren. Transparente Kommunikation und die Integration eigener Ideen sorgen für eine starke Bindung. Zwischen Bauleitern, Geschäftsführung und Mitarbeitern sollte es immer wieder Feedbackgespräche geben. Lob für gute Arbeit und ehrliche Kritik auf Augenhöhe unterstützen ein Betriebsklima zum Wohlfühlen. Wer hingegen menschlich von seinem Chef enttäuscht ist, identifiziert sich weniger mit dem Betrieb.
Kleine Gesten wie das gemeinsame Mittagsessen oder ein Bonus für besondere Leistungen tragen dazu bei, dass Mitarbeiter keine Lust haben zu kündigen.
Attraktive Gehälter und Benefits verringern die Fluktuation
Alles ist teurer geworden und neben der Betriebsatmosphäre ist es für Fachkräfte umso wichtiger, dass das Gehalt passt. Auf der Baustelle wird hart gearbeitet, die Unfallgefahr ist größer als bei einem klassischen Bürojob. Wer fair entlohnt wird, nimmt die Strapazen in Kauf. Für Arbeitgeber sind konkurrenzfähige Löhne eine Chance, dass die Mitarbeiter lange bleiben und Angebote von anderen Betrieben ausschlagen.
Mit Benefits können zusätzliche Anreize geschaffen werden. Damit ist nicht der obligatorische Obstkorb gemeint, sondern betriebliche Altersvorsorge, ein Firmenwagen oder eine bezahlte Weiterbildung. Wenn es dann noch die Möglichkeit zu flexiblen Arbeitszeitmodellen gibt, können auch Frauen und Familienväter im Betrieb integriert werden. Gute Chancen gibt es auch, wenn man als Unternehmer Menschen über 30 noch eine Berufsausbildung oder Perspektive ermöglicht.
Die weibliche Rate an Fachkräften gehört deutlich gefördert. Zu wenige Frauen sind im Handwerk tätig, dabei leisten sie genauso starke Arbeit wie Männer.
