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    Kollegin versucht mich klein zu halten – was tun?

    By Tobias DauselJuli 28, 2025Keine Kommentare
    Kollegin versucht mich klein zu halten - was tun?
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    „Eine Kollegin versucht mich klein zu halten – und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.“ Dieses Gefühl kann belastend sein, doch es gibt Wege, sich zu schützen und selbstbewusst zu reagieren.

    Du kommst morgens zur Arbeit, gibst dein Bestes, bringst Ideen ein, arbeitest hart – und trotzdem fühlst du dich kleingemacht. Nicht vom Chef, nicht von dir selbst, sondern von einer bestimmten Kollegin. Sie stichelt, sie ignoriert deine Beiträge in Meetings, sie lobt dich nie, aber kritisiert dich bei jeder Gelegenheit. Kurzum: Die Kollegin versucht, dich klein zu halten.

    Das ist kein Einzelfall. In vielen Teams gibt es solche Dynamiken, in denen eine Person bewusst oder unbewusst versucht, andere herabzusetzen. Fachleute sprechen dabei auch von Social Undermining, also sozialer Untergrabung. Dieses Verhalten kann langfristig das Selbstwertgefühl senken, die Arbeitsleistung beeinträchtigen und zu Frustration führen. Deshalb ist es wichtig, das Problem frühzeitig zu erkennen – und klug damit umzugehen.

    Was bedeutet „Social Undermining“?

    Der Begriff Social Undermining beschreibt ein gezieltes Verhalten, bei dem eine Person versucht, das Selbstvertrauen, die Glaubwürdigkeit oder den sozialen Status einer anderen zu schwächen. Das kann sich auf verschiedene Weisen äußern: durch abwertende Kommentare, das Verbreiten von Gerüchten, das Auslassen bei wichtigen Entscheidungen oder das öffentliche Bloßstellen vor anderen. Auch passives Verhalten – wie das bewusste Ignorieren von Erfolgen – fällt darunter.

    Eine häufig zitierte Definition stammt von Duffy et al. (2002):

    „Social Undermining is behavior intended to hinder, over time, another’s ability to establish and maintain positive interpersonal relationships, work-related success, and favorable reputation.“

    Wenn du dich immer wieder dabei ertappst zu denken: „Meine Kollegin versucht mich klein zu halten“, dann ist das wahrscheinlich mehr als nur ein subjektives Gefühl. Du spürst, dass dir etwas die Motivation raubt – und das hat einen Namen: Social Undermining.

    Woran erkenne ich, dass meine Kollegin mich kleinhalten will?

    Es gibt klare Anzeichen dafür, dass eine Kollegin dich untergräbt. Hier sind einige Beispiele:

    • Deine Vorschläge werden regelmäßig übergangen oder kleingeredet.
    • Deine Fehler werden betont, während deine Erfolge ignoriert werden.
    • Die Kollegin spricht schlecht über dich hinter deinem Rücken.
    • In Meetings wirst du unterbrochen oder deine Ideen werden später als eigene verkauft.
    • Du wirst bei wichtigen Informationen oder Entscheidungen ausgeschlossen.

    Wenn dir mehrere dieser Dinge bekannt vorkommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch: Deine Kollegin versucht, dich klein zu halten – bewusst oder unbewusst.

    Auch interessant: Wie nennt man Menschen, die keine Fehler zugeben können?

    Warum machen Menschen das?

    Die Gründe für solches Verhalten sind vielfältig – und oft gar nicht so rational. Häufig spielen Unsicherheit, Neid oder Konkurrenzdenken eine Rolle. Eine Untersuchung von Kammeyer-Mueller et al. (2013) legt nahe, dass Social Undermining besonders dann auftritt, wenn jemand seine eigene berufliche Position gefährdet sieht:
    → Studie von Kammeyer-Mueller et al. (2013)

    Vielleicht hat deine Kollegin Angst, du könntest sie überflügeln. Vielleicht fühlt sie sich selbst nicht gesehen und versucht, durch das Herabsetzen anderer besser dazustehen. Oder sie sieht dich als Bedrohung und will sich absichern. Wichtig ist: Du bist nicht schuld daran, dass sie sich so verhält.

    Kollegin versucht mich klein zu halten - was tun?
    © Adobe Stock

    Was kann ich tun?

    1. Beobachte das Verhalten genau

    Bevor du aktiv wirst, solltest du die Situation sachlich analysieren. Führe ein Tagebuch über Vorfälle, bei denen du dich untergraben fühlst. Notiere, was passiert ist, wer anwesend war, wie du dich gefühlt hast. Das hilft dir nicht nur, Klarheit zu gewinnen, sondern liefert auch Beweise, falls du später das Gespräch mit Vorgesetzten suchst.

    2. Stärke dein Selbstbewusstsein

    Wenn du ständig denkst: „Meine Kollegin versucht mich klein zu halten“, kann das dein Selbstbild beschädigen. Deshalb ist es wichtig, deine Stärken bewusst wahrzunehmen. Erinnere dich an vergangene Erfolge, hole dir Feedback von anderen Kollegen, die dich schätzen. Je gefestigter dein Selbstvertrauen ist, desto schwerer fällt es anderen, dich zu verunsichern.

    3. Sprich das Verhalten direkt an (wenn du dich bereit fühlst)

    In manchen Fällen kann ein offenes Gespräch Wunder wirken. Wichtig: Bleib dabei ruhig und sachlich. Vermeide Anschuldigungen wie „Du machst immer…“, sondern schildere, wie ihr Verhalten auf dich wirkt: „Mir ist aufgefallen, dass meine Beiträge in letzter Zeit oft übergangen werden. Ich frage mich, woran das liegt.“
    Vielleicht ist deiner Kollegin ihr Verhalten gar nicht bewusst – und du eröffnest damit einen Raum für Veränderung.

    4. Setze klare Grenzen

    Wenn das direkte Gespräch nichts ändert oder dir zu heikel erscheint, ist es wichtig, Grenzen zu ziehen. Lass dich nicht provozieren. Wenn abfällige Kommentare kommen, kannst du sachlich kontern: „Ich finde, wir sollten respektvoll miteinander sprechen.“ Auch Körpersprache und ein klares Auftreten helfen dabei, dich abzugrenzen. Du signalisierst: Ich lasse mich nicht kleinhalten.

    5. Suche dir Verbündete

    Du bist wahrscheinlich nicht allein mit deiner Wahrnehmung. Oft fällt toxisches Verhalten auch anderen auf. Sprich mit Kollegen deines Vertrauens – ohne zu lästern. Vielleicht bekommst du zusätzliche Perspektiven oder Unterstützung. Gemeinsam ist es oft leichter, eine gesunde Teamkultur einzufordern.

    6. Ziehe die Führungskraft hinzu (wenn nötig)

    Wenn alle Versuche scheitern und sich die Situation nicht bessert, kann der Gang zur Führungskraft oder zur Personalabteilung der richtige Schritt sein. Bereite dich gut vor, bringe Beispiele, und bleibe sachlich. Wichtig ist, dass du nicht wie jemand wirkst, der „nur“ streiten will – sondern wie jemand, der unter einem ernstzunehmenden Problem leidet. Denn: Social Undermining kann nicht nur dir, sondern dem gesamten Teamklima schaden.
    → Weitere Infos zu den Folgen von Social Undermining im Arbeitskontext (APA)

    Und wenn sich nichts ändert?

    Leider gibt es Fälle, in denen selbst alle Maßnahmen nichts bewirken. Wenn deine Kollegin dich dauerhaft kleinhalten will und sich das Betriebsklima nicht bessert, kann es sinnvoll sein, über einen Wechsel nachzudenken – sei es die Abteilung oder im Extremfall der Arbeitgeber. Denn kein Job der Welt ist es wert, dass deine mentale Gesundheit leidet. Du darfst dich schützen – und hast das Recht auf einen respektvollen Arbeitsplatz.

    Die Erkenntnis „Meine Kollegin versucht mich klein zu halten“ ist kein Hirngespinst. Social Undermining ist ein reales Phänomen, das in vielen Teams vorkommt – und das ernst genommen werden sollte. Wichtig ist, dass du das Verhalten erkennst, dich davon emotional distanzierst und selbstbewusst handelst. Ob durch ein Gespräch, klare Grenzen oder Unterstützung durch andere: Du musst nicht still leiden. Du hast das Recht, dich zu entfalten – ohne, dass dich jemand kleinhält.

    Beruf Karriere
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