Vor allem im Berufsalltag begegnet man ihnen immer wieder: Menschen, die keine Fehler zugeben können. Doch wie nennt man diese Gruppe eigentlich?
Sich Fehler nicht immer eingestehen zu wollen, ist normal und menschlich. Allerdings gibt es auch solche Menschen, die überhaupt keine Fehler zugeben können. Diese werden als oft „fehlereinsichtigkeitsresistent“ oder „Selbstbetrüger“ bezeichnet. Sie haben Schwierigkeiten damit, Verantwortung für eigene Fehler zu übernehmen und sind meist zu stolz, um diese einzugestehen.
Warum Menschen Fehler nicht zugeben wollen
Das krankhafte Vermeiden von Fehlern ist oft tief in der Persönlichkeit verankert und kann verschiedene Ursachen haben. Häufig stecken Angst vor Kritik, mangelndes Selbstvertrauen oder die Angst vor Kontrollverlust dahinter. Denn Fehler zuzugeben bedeutet auch, die eigene Schwäche zu akzeptieren. Gerade in leistungsorientierten Gesellschaften haben viele Menschen Schwierigkeiten damit.
Es wird schlichtweg als Makel empfunden, sich Fehler einzugestehen. Aus diesem Grund versuchen Menschen, die keine Fehler zugeben können, oft, die Verantwortung auf Andere abzuwälzen. Dieses Verhalten wird auch als „Schuldprojektion“ bezeichnet. Um die eigene Selbstachtung zu bewahren, wird die Schuld auf Kollegen, das System oder äußere Umstände abgewälzt.
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Negative Auswirkungen im Karriere-Alltag
Es ist generell nicht einfach, mit Selbstbetrügern beziehungsweise uneinsichtigen Personen im Alltag umzugehen. Besonders schwierig wird es aber dann, wenn Menschen, die keine Fehler zugeben können, die Karriere behindern. Die meisten Jobs erfordern Teamarbeit und Kommunikation – die Bereitschaft zur Selbstreflektion ist die Grundlage hierfür. Selbstbetrüger haben aus verschiedenen Gründen einen negativen Einfluss:
- Geringes Vertrauen im Team: Wer sich nie für Fehler verantwortlich zeigt, hinterlässt oft einen negativen Eindruck. Kollegen könnten sich fragen, ob sie sich auf die betroffene Person verlassen können – schließlich bleibt die Frage im Raum, ob diese auch in einer schwierigen Situation Verantwortung übernehmen würde.
- Fehlende Lernbereitschaft: Fehler bieten eine wertvolle Gelegenheit zum Lernen und zur Weiterentwicklung. Menschen, die keine Fehler zugeben können, verweigern sich selbst diese Chance. Dies kann auf Dauer zu Stagnation führen, da keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden.
- Überlastung durch Perfektionismus: Die Angst vor Fehlern führt bei vielen Menschen dazu, überdurchschnittlich viel Zeit und Energie in Aufgaben zu investieren, um bloß keine Angriffsfläche zu bieten. Dies kann auf Dauer zu Stress und sogar Burnout führen, da das Streben nach Perfektion ungesunde Ausmaße annehmen kann.
